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Kai HubrichKai Hubrich

Kai Hubrich

Kai Hubrich, Jahrgang 1991, geboren in Kassel, echter Kasseläner, Schule in Kassel, Freiwilliges Soziales Jahr beim DRK-Rettungsdienst, anschließend Ausbildung, arbeitet heute als Notfallsanitäter beim DRK. Stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter der Ehrenamtlichen. Er erwartet mit seiner Partnerin demnächst Nachwuchs. Hobby: Sportbootfahren.

Sie sind DRKler durch und durch. Warum haben Sie nach der Schule ihr Freiwilliges Soziales Jahr nicht woanders gemacht?

Ich bin irgendwie ein Kind des Hauses. In der Schule bin ich schon über den Schulsanitätsdienst ehrenamtlich beim DRK gelandet. Von dort dann als Aushilfe beim Hausnotruf und später als Praktikant im Rettungsdienst. Daran habe ich dann Gefallen gefunden. So kam das.

Wie viele Ehrenamtliche gibt es denn beim DRK?

Das sind so um die 400, aber es wäre nicht schlecht, wenn es noch ein paar mehr wären.

Rotkreuzler wissen das – aber Außenstehende vielleicht nicht. Was machen denn die Ehrenamtlichen?

Die Schwerpunkte unserer Arbeit sind die Sanitätsdienste bei Veranstaltungen und der Katastrophenschutz. Unsere Tätigkeiten dort sind vielfältig: Planung, Organisation, Logistik, Verpflegung. Doch Ehrenamt im DRK ist auch: Wasserwacht, Bergwacht, Drohnengruppe, Rettungshundestaffel, Kriseninterventionsdienst und nicht zu vergessen das soziale Ehrenamt, was nicht in meine Zuständigkeit fällt, aber ebenfalls eine wichtige ehrenamtliche Aufgabe ist.

Nun haben Sie einen fordernden Job beim DRK – und dann noch die Führungsposition für die Ehrenamtlichen. Wieviel Zeit muss man denn für die Tätigkeit in der Freizeit aufbringen?

Naja, so ein, zwei Stunden am Tag muss ich schon einkalkulieren.

Viele Organisationen klagen, dass sich junge Menschen nicht mehr ehrenamtlich engagieren. Wie sieht es beim DRK aus?

Bei uns sind eigentlich alle Altersgruppen vertreten. Bei den Jüngeren ist es etwas weniger geworden und deshalb werben wir auch vermehrt über unsere DRK-Internetseite und über Facebook. Einige Kontakte entstehen aber auch über das persönliche Gespräch, bei Veranstaltungen oder Einsätzen. Bei einem Betreuungseinsatz im Rahmen einer Evakuierung zum Beispiel wurden wir vielfach auf unsere ehrenamtliche Arbeit angesprochen. Außerdem gibt es ja auch Angebote, die für junge Menschen absolut interessant sind, nehmen Sie mal die Drohnenstaffel als Beispiel.

Die Gesellschaft verändert sich, der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund steigt stetig an. Macht sich das auch bei den Ehrenamtlichen des DRK bemerkbar?

Da ist schon der eine oder andere mit Migrationshintergrund dabei. Nach 2015 als das DRK für viele Flüchtlinge Erstaufnahmestellen eingerichtet hat, haben wir das schon stark gespürt: Da kamen vor allem syrische Flüchtlinge auf uns zu.

Was macht man eigentlich als stellvertretender Chef der Ehrenamtlichen?

Wir kümmern uns um die Grundstrukturen unserer Arbeit. Kommunikation, Koordination und Ressourcenverwaltung – das sind so drei Schwerpunkte der Arbeit.

Wir sind als Kreisbereitschaftsleitung Ansprechpartner für alle Ortsvereine in unserem Kreisverband. Wir helfen bei der Organisation der Ausbildungen und der Personalverwaltung -also die ganzen Akten und Nachweise- und sorgen für den nötigen Informationsfluss.

Bei Großveranstaltungen Planen wir den Einsatz von Personal und Material, begleiten den Ablauf der Veranstaltung und sind für die Qualität und Auswertung der Veranstaltungen zuständig.

In wie weit haben die Ehrenamtlichen eigentlich vom ELAN profitiert?

Das hat unsere Arbeit massiv verändert. Jetzt sind alle an einem Ort, arbeiten nicht mehr verstreut in der Stadt. Der Zusammenhalt hat sich verbessert, es gibt kurze Wege, übergreifende Fachgruppen. Und das Miteinander profitiert von einem Punkt besonders: Wenn man zum Elan geht – man trifft immer jemanden.

Wie findet man als Vollblut-DRKler, der auch einen Großteil seiner Freizeit dem DRK widmet eine Partnerin, die für all das Verständnis hat?

Meine Partnerin ist ebenfalls in unserem Kreisverband als Helferin aktiv. Zudem arbeitet Sie hauptberuflich in einer Kasseler Klinik- hat also für Ehrenamt volles Verständnis.

Und wenn der Nachwuchs kommt – wird er gleich angemeldet?

Na, da denken wir erst einmal ans Elba-Programm für Mutter und Kind. Möglichkeiten haben wir ja mehr als genug, aber den Bezug zum DRK gibt es da in jedem Fall.


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