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Katastrophenschutz

Der Schutz der Bevölkerung vor Katastrophen und die wirksame Hilfe im Katastrophenfall ist eine der Kernaufgaben des DRK als nationale Hilfsgesellschaft. Das Rote Kreuz steht damit in der Tradition seines Gründers - Henry Dunant - und leistet im In- und Ausland Hilfe in der Not. In den letzten Jahren hat es sich gezeigt, dass die Einsatzhäufigkeit in Deutschland zunimmt: Hochwasserkatastrophen, Zugunglücke und orkanartige Stürme erfordern immer wieder schnelle und kompetente Hilfeleistungen durch die Helfer des Katastrophenschutzes.

Ansprechpartner

Herr
Wolfgang K. Weber
Rotkreuzbeauftragter (RKB)

Tel. 0561 72904 -417
Servicestelle-Ehrenamt@DRK-Kassel.de

Königstor 24
34117 Kassel

Für alle Notlagen gerüstet

Das Deutsche Rote Kreuz beteiligt sich am Katastrophenschutz durch Bereitstellung von Fachpersonal, Fahrzeugen und Material. Alle Helfer im Katastrophenschutz sind ehrenamtlich tätig. Sie erhalten umfassende Grund- und zusätzliche Fachdienstausbildungen, eine Schutzausrüstung und adäquates Einsatzmaterial. 

Der Katastrophenschutz gliedert sich in verschiedene Aufgabenbereiche, die Fachdienste des Katastrophenschutzes heißen. Um besondere Gefahren zu bekämpfen, müssen die Helfer im Katastrophenschutz ganz unterschiedliches Fachwissen und -können erlernen und trainieren. Zu den Aufgaben im Katastrophenschutz zählen insbesondere: Sanitätsdienst, Betreuung und Technik und Sicherheit.

Der DRK-Kreisverband Kassel-Wolfhagen e. V.  hat folgende Katastrophenschutzeinheiten, die in der Region Kassel im ELAN (Einsatz-, Logistik- und Ausbildungszentrum Nordhessen) und im Wolfhager Land im Katastrophenschutzzentrum Wolfhagen und in einzelnen Gemeinden untergebracht sind:

  • Sanitätszüge
  • Betreuungszüge
  • Betreuungsstellen
  • Kreisauskunftsbüro
  • Informations- und Kommunikationsgruppen (IuK)

Über 400 DRK-Helferinnen und Helfer in Kassel und Wolfhagen wurden entsprechend ausgebildet und stehen bereit, im Bedarfsfall schnell und kompetent zu helfen. 

  • Sanitätszüge (SZ)

    Der Sanitätsdienst ist ein Fachdienst des Katastrophenschutzes. Seine Aufgabe ist die Versorgung von Verletzten und Erkrankten bei einer Großschadenslage, in einer Katastrophen- oder Zivilschutzlage. 

    Der Sanitätsdienst ist aus logistischen Gründen in sogenannte Sanitätszüge mit einer jeweils festgelegten Anzahl von Helfern und entsprechender Ausrüstung organisiert. Helfer mit Zusatzausbildungen übernehmen dabei die Führung innerhalb der Einheit. 

    Aufgaben der Sanitätszüge:

    • Einrichtung und Betreuung eines Behandlungsplatzes und/oder einer Patientensammelstelle (in Zusammenarbeit mit Betreuungszügen)
    • Suche und Rettung von Verletzten aus dem Schadensgebiet
    • Erstversorgung von Verletzten
    • Registrierung von Verletzten
    • Transport von Verletzten und Erkrankten in Krankenhäuser oder nachgelagerte Versorgungseinrichtungen
    • Bereitstellung von notwendigem Material (Tragen, Decken, Verbandsmaterial u. v. m.)
    • psychosoziale Betreuung der Betroffenen
    • Personalstärke und Fahrzeugausstattung 

    Personalstärke und Fahrzeugausstattung

    Der Aufbau eines Sanitätszugs wird in Hessen durch das hessische Katastrophenschutzgesetz (HBKG) definiert und in der sogenannten KatSDV400HE im Detail beschrieben. Er besteht aus 25 ausgebildeten Helferinnen und Helfern. Weitere 25 Helferinnen und Helfer müssen als Zweitbesetzung zur Verfügung stehen. 

    Der Sanitätszug verfügt über Spezialfahrzeuge: 

    • Gerätewagen Behandlung (GW-Behandlung)
    • Gerätewagen Sanitätsdienst (GW-SAN)
    • Krankentransportwagen (KTW-B)
    • Rettungswagen (RTW)
    • Einsatzleitwagen (ELW1)

    Der Sanitätszug verfügt über eine Schnelleinsatzgruppe Sanität, die im Schadensfall schneller ausrücken kann als die komplette Einheit. 

    Der 1. Sanitätszug in der Stadt Kassel wird durch die Bereitschaft Sanität Kassel Nordwest besetzt.
    Im Wolfhager Land wirken die Bereitschaften Wolfhagen, Naumburg und Oberelsungen an der Besetzung der Sanitätszüge im Landkreis Kassel mit.   

  • Betreuungszüge (BtZ)

    Aufgaben der Betreuungszüge

    Auch der Betreuungsdienst ist ein Fachdienst des Katastrophenschutzes. Im Falle einer Großschadenslage übernimmt der Betreuungsdienst folgende Aufgaben: 

    • Herstellen von Infrastruktur (Strom, Licht, Wärme, Unterkünfte)
    • vorübergehende Unterbringung der betroffenen Menschen, 
    • Verpflegung der Betroffenen und der Helfer,
    • psychische und soziale Betreuung,
    • Hilfe bei Evakuierungen,
    • bereitet Kalt- und Warmverpflegung zu.

    Der Betreuungszug ist aus logistischen Gründen in sog. Betreuungszüge mit einer jeweils festgelegten Anzahl von Helfern und entsprechender Ausrüstung organisiert. Helfer mit Zusatzausbildungen übernehmen dabei Führungsaufgaben innerhalb der Einheit Betreuungszug. 

    Ein Betreuungszug besteht auf 25 Helferinnen und Helfern. Weitere 25 Helferinnen und Helfer müssen als Zweitbesetzung zur Verfügung stehen.

    Teileinheiten eines Betreuungszugs: 

    1. Schnelleinsatzgruppe Betreuung: Diese SEG übernimmt mit der Gruppe Technik und Sicherheit und einem Unterkunftstrupp die Errichtung von Behandlungs- und Betreuungsplätzen und stellt die Infrastruktur bereit (Licht, Strom, Wärme).
    2. Schnelleinsatzgruppe Versorgung: Diese SEG kümmert sich um die Verpflegung von Betroffenen und Einsatzkräften. Sie betreibt im Einsatzfall auch die Betreuungsstelle. 

    Fahrzeugausstattung

    Der Betreuungszug verfügt über verschiedene Spezialfahrzeuge:

    • Einsatzleitwagen (ELW)
    • Gerätewagen Technik (GW-Technik)
    • Gerätewagen Betreuung (GW-Bet.)
    • Sonderanhänger Strom (60 KVA, SDAH)
    • Feldküche (FKH mit Kochmodulen)
    • Betreuungskombi (BT-Kombi)


    Der 1. Betreuungszug in Kassel wird von der Betreuungs-Bereitschaft Kassel gestellt, der 1. Betreuungszug Kreis Kassel von den OV Zierenberg und Breuna, der 2. Betreuungszug Kreis Kassel von den Ortsvereinen Fuldatal, Niestetal, Schauenburg und Vellmar.

  • Betreuungsstellen (BtS)

    Die Betreuungsstelle ist eine ortsfeste Einrichtung des Betreuungsdienstes. Sie unterstützt hilfsbedürftige Personen mit Versorgungsgütern, betreut diesen Personenkreis und wirkt bei der vorübergehenden Unterbringung mit. 

    Aufgaben einer Betreuungsstelle: 

    • leistet Erste Hilfe und Soziale Betreuung bei Verletzten, Kranken und Betroffenen
    • registriert Betroffene und unterstützt das Kreisauskunftsbüro
    • stellt behelfsmäßige Unterbringungsmöglichkeiten bereit
    • psychosoziale Notfallversorgung von Betroffenen
    • bereitet Kalt- und Warmverpflegung und übernimmt die Verteilung

    Die ortsfeste Betreuungsstelle des DRK Kassel ist im Einsatz-, Logistik- und Ausbildungszentrum Nordhessen (Richard-Roosen-Str. 8, 34123 Kassel) untergebracht.

  • Medizinische Task Force (MTF34)

    Die Medizinische Task Force (MTF) ist ein Großverband im medizinischen Katastrophenschutz. Seine Aufgabe ist in Erweiterung der Aufgaben der Sanitätszüge die Versorgung von Verletzten und Erkrankten bei einer Zivilschutzlage und einer großflächigen Katastrophenlage. Die MTF bringt Spezialfähigkeiten mit, die über den normalen Katastrophenschutz hinaus gehen. In Stadt und Landkreis Kassel ist die MTF34 stationiert.

    Die Medizinische Task Force ist in mehrere Teileinheiten untergliedert:

    • Führung
    • Behandlungsbereitschaft
    • Transportgruppe
    • Dekontamination Verletzter
    • Logistik

    Aufgrund der Größe der Einheit wirken die DRK Kreisverbände Kassel-Wolfhagen, Kassel-Land und Hofgeismar, der ASB und die Feuerwehr Kassel an der Medizinischen Task Force MTF34 mit.

    Das DRK Kassel-Wolfhagen führt die Behandlungsbereitschaft, stellt die zentrale Organisation des Behandlungsplatzes und ist in der MTF Führung vertreten. Weiterhin stellt das DRK Besatzungen der Behandlungsstellen und der Krankenwagen. Für die Fachkundige Mitarbeit am Behandlungsplatz bieten wir ein eigenes Wochenendseminar als Zusatzausbildung und Einweisung an.

    Aufgaben der Medizinischen Task Force:

    • Einrichtung und Betrieb eines Behandlungsplatzes für 50 Patienten über 48 Stunden oder bis zu 100 Patienten nacheinander, alternativ Betrieb von bis zu sieben Patientenablagen
    • Sichtung und Registrierung von Verletzten
    • Sichtungsstelle vor einem Krankenhaus
    • Suche und Rettung von Verletzten aus dem Schadensgebiet
    • Erstversorgung von Verletzten
    • Transport von Verletzten und Erkrankten in Krankenhäuser oder nachgelagerte Versorgungseinrichtungen
    • Dekontamination von Verletzten und Erkrankten

    Personalstärke und Fahrzeugausstattung 

    Der Aufbau der MTF folgt dem Rahmenkonzept des BBKs, welches zwischen allen Bundeländern abgestimmt wird und bundesweit gültig ist. Die MTF ist aktuell mit 126 Helferinnen und Helfern, darunter zwölf Ärzte, sowie eine ebenso große Zweitbesetzung aufgestellt.

    Die MTF verfügt über 24 Fahrzeuge. Das DRK Kassel-Wolfhagen besetzt dabei:

    • 2x Gerätewagen Sanitätsdienst (GW-SAN)
    • 2x Krankentransportwagen (KTW-B)
    • 1x MTW mit Einsatzleitwagen-Funktion (ELW1)
    • 1x Gerätewagen Behandlung (GW-BEH) – aktuell als Beistellleistung des DRKs
    • 3x Viertragen-Krankentransportwagen (KTW-4), Teil der hessischen Ergänzung der MTF

    Der Anteil des DRK Kassel-Wolfhagen in der Medizinischen Task Force wird im Schwerpunkt von den Bereitschaften Sanität Kassel-Nordwest, Wolfhagen, Naumburg und Oberelsungen besetzt.

  • Personenauskunftsstelle (PASt)

    Bei Katastrophen und Großschadenslagen gehen beim Deutschen Roten Kreuz zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung ein. Um der Bevölkerung in solchen Krisenzeiten wichtige Informationen zu übermitteln und Anfragen strukturiert zu bearbeiten, richtet das DRK vor Ort die sogenannte Personenauskunftsstelle ein. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Personenauskunftsstelle werden dann zu wichtigen Ansprechpartnern für die Betroffenen. 

    Aufgabe der Personenauskunftsstelle (PASt):

    • Einrichtung einer Personenauskunftsstelle
    • Anlaufstelle für Suchanfragen aus der Bevölkerung
    • nimmt Informationen über Betroffene entgegen und wertet diese aus
    • erteilt Auskünfte an Angehörige von Betroffenen über deren Verbleib
  • Einsatz-, Logistik- und Ausbildungszentrum Nordhessen (kurz: ELAN)

    Die Einsatzfahrzeuge und das Material der Züge in Kassel sind im Einsatz-, Logistik- und Ausbildungszentrum (Richard-Roosen-Str. 8, 34123 Kassel) untergebracht. Dort befindet sich auch die Betreuungsstelle. Die Einheiten, die von den Helferinnen und Helfern aus Wolfhagen besetzt werden, sind am Standort des Katastrophenschutzzentrum Wolfhagen untergebracht. 

    Das Deutsche Rote Kreuz verfügt für die Ausbildung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer über drei Schulungsräume und kann das medizinische Simulationszentrum der Rettungsdienstschule nutzen. 

  • Information und Kommunikation (IuK)

    Aufgaben des Fachdienst IuK

    Aufgabe des Fachdienstes Information und Kommunikation (IuK) ist die Unterstützung der Einsatzleitung insbesondere bei großen Einsatzlagen. Der Fachdienst teilt sich in technische und einsatztaktische Aufgaben auf. Daher gibt es in der Ausbildung Module mit eher technischem Schwerpunkt (z.B. Funk, Telefonanlagen, EDV) und Module mit eher einsatztaktischem Schwerpunkt.

    Die Teileinheiten des Fachdienstes Information und Kommunikation (IuK) stellen die für die Führung eines Einsatzes notwendigen Hilfsmittel zur Kommunikation (Sprechfunk) und Informationsübertragung und -gewinnung bereit (Internet, Drohne).

    Bei den Einsätzen handelt es sich häufig um geplante Sanitätswachdienste, z. B. Altstadtfest, Marathon, Zissel, Viehmarkt, Open-Air-Konzerte etc. Zusätzlich gibt es Alarm-Einsätze zur Vermisstensuche oder bei größeren Unglücksfällen. Der Fachdienst luK ist Bestandteil des Katastrophenschutzes.

    Teileinheiten der IuK in Kassel-Wolfhagen: 

    1. Einsatzzentrale im ELAN
    2. Einsatzdrohne Rotkreuz Hessen 12-79 

    Ausstattung:

    • Stabsraum mit Fernmeldezentrale
    • Einsatzleitrechner
    • UAS Matrice 200
    • Wärmebildkamera XT2
    • Lagebildkamera Z30
    • Mobiles LTE/WLAN zur Ausrüstung von Einsatzstellen mit WLAN


    Die IuK Gruppen werden mit Helfern aller Bereitschaften besetzt. Externe, ungebundene Fachleute sind herzlich willkommen und zur Mitarbeit eingeladen.