Flutkatastrophe Pakistan
Dienstag, 17. August 2010
In Pakistan leiden zur Stunde weit mehr als 15 Millionen Betroffene unter den schwersten Überflutungen seit 1929. Nach ungewöhnlich heftigen Monsun-Regenfällen waren Ende Juli zunächst große Teile der nordwestlichen Grenzprovinz Khyber Pakhtunkhwa von sintflutartigen Wassermassen heimgesucht worden. Mittlerweile ist rund 1/3 der Fläche Pakistans von starken Niederschlägen, reißenden Flüssen und Erdrutschen betroffen. Die Regierung geht von 900.000 zerstörten oder beschädigten Häusern aus.
Infrastruktur wie Straßen und Brücken sind in noch nicht absehbarem Maße vernichtet. Die Lebensgrundlage der oft in ländlichen Strukturen lebenden Bevölkerung ist in weiten Teilen zusammengebrochen.
Derzeit gehen wir von mindestens 2,7 Millionen Menschen aus, die dringend humanitäre Hilfe benötigen. Viele Gegenden sind kaum zu erreichen. Weder gibt es einen flächendeckenden Überblick über die Schäden, noch kommt die Hilfe überall zu den Menschen durch. Hunderttausende sind obdachlos, wir gehen derzeit von mehr als 1.400 Toten aus. Auch ist mindestens eine Basisgesundheitsstation des Deutschen Roten Kreuzes im Nordwesten des Landes weggespült worden. Im Nordwesten werden die ersten Todesfälle bei Kindern gemeldet, die nicht ausreichend zu Essen erhalten konnten.
Unmittelbar nach Ausbruch der Katastrophe sind alle verfügbaren freiwilligen Helfer des Pakistanischen Roten Halbmonds im Einsatz und beteiligen sich an Rettungs- und Hilfsaktionen. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften stellt dem Pakistanischen Roten Halbmond 250.000 CHF zur Unterstützung der Opfer zur Verfügung. Überdies wurde ein vorläufiger Apell über 17 Millionen CHF zur Unterstützung von 25.000 Familien herausgegeben.
Hilfen des DRK:
Das Deutsche Rote Kreuz ist mit zwei Delegierten vor Ort. Voraussichtlich am kommenden Freitag werden zwei weitere Delegierte ins Krisengebiet entsandt. Bereits seit 1983 arbeitet das DRK in Projekten der Basisgesundheit und der Katastrophenvorsorge in Pakistan. Gemeinsam mit pakistanischen qualifizierten Helfern, die über die vergangenen Jahre ausgebildet und ausgerüstet wurden, ist das DRK im Einsatz. In vier Distrikten hilft das DRK mit Lebensmitteln. Mobile medizinische Teams konnten bisher mehr als 6.000 Patienten in zwölf Camps im Raum Nowshera versorgen. Das Auswärtige Amt wird den Einsatz einer zusätzlichen Trinkwasseraufbereitungsanlage unterstützen. Am heutigen Dienstag verlässt ein Flug mit 18 Tonnen Hilfsgütern für 500 (3500 Betroffene) Familien das DRK-Logistikzentrum Berlin-Schönefeld (Decken, Hygiene Sets, Plastikplanen, Moskitonetze, Werkzeug für Notunterkünfte). Mit unserem Team vor Ort sowie mit der Bundesregierung prüfen wir derzeit den Einsatz von zusätzlichem Gerät (Trinkwasser, medizinische Versorgung) und Personal. Sachspenden können angesichts der logistischen und kulturellen Herausforderungen im Einsatzgebiet leider nicht angenommen werden.
Das DRK hat ein Spendenkonto mit dem Stichwort „Pakistan“ eingerichtet.
Aktuelle Entwicklungen sowie Presseinformationen finden Sie auch jederzeit unter www.drk.de/pakistan.
Für die sofortige Unterstützung der Flutopfer sowie die mittel – bis langfristigen Wiederaufbauarbeiten sind wir dringend auf Spenden angewiesen:
Deutsches Rotes Kreuz
Konto 41 41 41
BLZ: 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: „Pakistan“
Charity-SMS: Senden Sie eine SMS mit DRK an die 81190 und helfen Sie Pakistan mit 5 Euro (zzgl. Kosten einer normalen SMS - 4,83 Euro gehen direkt an das DRK). Schnell und unbürokratisch.
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