„Europäischer Tag der 112“

Freitag, 10. Februar 2012

Unter der Notrufnummer 112 erreicht man Feuerwehren, Rettungs- und Hilfsdienste. Dass dies seit fast zwanzig Jahren europaweit gilt, wissen nach wie vor zu wenige Menschen!

Wiesbaden, 10. Februar 2012

Ein Brand, ein Unfall, plötzliche gesundheitliche Probleme – über die Notrufnummer 112 kann man die Feuerwehr sowie Rettungs- und Hilfsdienste rufen. Bei einer jüngst durchgeführten Eurobarometer-Umfrage zeigte sich, dass nur 26 Prozent der befragten EU-Bürger spontan wussten, dass die 112 die Notrufnummer ist, über die man an jedem Ort in der EU die Feuerwehr, medizinische Hilfe und die Polizei erreichen kann. Deutschland lag im Jahr 2011 mit 18 Prozent noch deutlich unter diesem niedrigen Durchschnitt. Um die einheitliche Notrufnummer, die schon zu Beginn der 1990er Jahre beschlossen und eingeführt wurde, in ganz Europa noch bekannter zu machen, gibt seit 2009 am 11. Februar den „Europäischen Tag der 112“.

Qualifizierte und routinierte Hilfe

„Wählt man in Hessen die 112, kommt der Notruf in einer Zentralen Leitstelle für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz an“, so Günter Ohlig, Ansprechpartner für den Rettungsdienst im DRK-Landesverband Hessen. Der diensthabende Mitarbeiter, auch Dispatcher genannt, fragt nach einem festen Schema die fünf „W“ ab: Wo ist etwas geschehen? Was ist geschehen? Wie viele Personen sind betroffen? Welche Art der Erkrankung/Verletzung liegt vor? Das fünfte „W“ steht dabei für das „Warten“ auf weitere Rückfragen. Dann alarmiert der Dispatcher den Rettungsdienst, der je nach vorliegendem Notfall mit Rettungsassistenten oder zusätzlich mit einem Notarzt besetzt wird. Während der Rettungsdienst auf dem Weg ist, wird der Anrufer wenn nötig telefonisch zu Ersten Hilfe angeleitet. „Wenn ein Herz-Kreislauf-Stillstand vorliegt“, so Ohlig, „kann der Dispatcher den Anrufer telefonisch sogar bei der Wiederbelebung anleiten. Das hat in der Vergangenheit schon wiederholt Leben gerettet.“ Sofern vorhanden wird außerdem ein Voraushelfer-Team geschickt, um vor Ort qualifizierte Erste Hilfe zu leisten und damit den therapiefreien Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu verkürzen. Das DRK in Hessen unternimmt intensive Anstrengungen, um das Netzwerk der ehrenamtlichen Lebensretter in den einzelnen Landkreisen zu vergrößern. „Wir freuen uns über neue Mitstreiter, die uns bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen“, so Ohlig. Trifft der Rettungsdienst ein – in Hessen ist das innerhalb von zehn Minuten der Fall –, wird der Patient versorgt, transportfähig gemacht und schließlich in die Klinik gebracht.

Keine Verkehrsmeldungen, kein Wetterbericht

Die 112 als die einheitliche europäische Notrufnummer kann überall in der EU kostenfrei genutzt werden, mobil und aus dem Festnetz. Die 112 wird auch in einigen Ländern außerhalb der EU verwendet (wie etwa die Schweiz und Südafrika) und ist weltweit in GSM-Mobilfunknetzen nutzbar. Unter 112 gibt es keine Verkehrsmeldungen, Wetterberichte oder allgemeine Informationen, so die Europäische Kommission. Diese unnötigen Anrufe kommen leider immer wieder vor und können das System überlasten und Leben gefährden.

Zahlen für Hessen

In Hessen gibt es rund 240 Rettungswachen und 74 Notarztstandorte mit rund 600 Rettungsfahrzeugen sowie rund 100 Notarzteinsatzfahrzeuge im Einsatz. Außerdem stehen in der Luftrettung drei Rettungshubschrauber und ein Intensivtransporthubschrauber in Hessen zur Verfügung. Jährlich führen circa 3.000 Rettungsassistentinnen und -assistenten, rund 1.500 Rettungssanitäterinnen und -sanitäter sowie etwa 1.200 Notärztinnen und Notärzte insgesamt rund 930.000 Rettungseinsätze und Krankentransporte durch. (Zahlen 2010)

Kontakt

Frau Gabriele Steiner
Telefon: 0561 72904-60
Herr Stephan Moritz
Leiter Rettungsdienst, Prokurist
Telefon: 0561 72904-776
Telefax: 0561 72904-779