Dürfen die Opfer nicht vergessen:

Sonntag, 01. August 2010

Am 1. August tratt in 30 Staaten, darunter Deutschland, ein Verbot von Streubomben in Kraft. Das DRK begrüßt das Abkommen als Meilenstein konventioneller Rüstungskontrolle.

„Es ist ein wichtiges völkerrechtliches Instrument, das Streumunition verbietet und stigmatisiert. Das jahrzehntelange Leiden unschuldiger Männer, Frauen und Kinder kann beendet werden,“ sagt DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters. „Jetzt dürfen wir die Opfer nicht vergessen. Sie benötigen unsere humanitäre und finanzielle Hilfe.“

Streubomben wurden in mehr als 20 Ländern und Regionen abgeworfen – von Vietnam bis in die Westsahara, von Tschetschenien bis Libanon. Ganze Landstriche sind immer noch mit Blindgängern verseucht. Für die Räumung fehlen Geld und Ressourcen. Die Opfer sind fast ausschließlich Zivilisten: Kinder beim Spielen, Bauern bei der Feldarbeit, Frauen auf dem Weg zum Markt. Sie werden getötet oder erleiden grausame Verletzungen, viele verlieren Gliedmaßen.

Das Abkommen verbietet Produktion, Lagerung und Einsatz von Streumunition. Die größten Militärmächte – USA, Russland, China – wollen bislang nicht auf Streubomben verzichten. Auch viele Länder in Krisenregionen unterstützen das Verbot nicht, darunter Pakistan, Iran und Israel.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat sich seit langem dafür eingesetzt, Streumunition weltweit von den Schlachtfeldern und aus den Waffenarsenalen zu verbannen. DRK-Präsident Seiters: „Aus humanitärer Sicht ist es notwendig, auch weiterhin beharrliche Überzeugungsarbeit bei den Staaten zu leisten, die sich bisher verweigert haben.“

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Mittwoch, 25. April 2012

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