Alarmübung der SEG Kassel

Montag, 16. Dezember 2013

Mit der Alarmierung der SEG Kassel gab die Feuerwehrleitstelle in Kassel am vorvergangenen Samstag den Startschuss für eine große Alarmübung. Das Übungsszenario: Mehrere verletzte Personen auf dem Wolfhager Weihnachtsmarkt.

Die SEG ist eine flexible und in kürzester Zeit einsetzbare Sondereinheit, die den normalen Rettungsdienst bei Großschadensereignissen unterstützt. Die Helferinnen und Helfer der SEG sind ehrenamtlich tätig und verfügen über qualifizierte Ausbildungen. Klassische Einsatzbereiche der SEG in Kassel waren in der jüngsten Vergangenheit z. B. ein Brand in einer Industrieanlage, Chemikalienaustritt in einer Schule oder die Evakuierung von Personen nach einem Bombenfund.

Die 16 DRK-Helfer der SEG Kassel, die am Samstagmorgen alarmiert wurden, wussten nicht, dass es sich um eine Alarmübung handelt. Sie rückten planmäßig – in weniger als 30 Minuten- aus und trafen zügig an der extra für die Übung errichteten Unfallstelle in Wolfhagen ein. Dass diese Übungen unter realistischen Bedingungen ablaufen und dem einzelnen Helfer im Vorfeld nicht bekannt sind, erklärt Stephan Schild, Beauftragter für den Katastrophenschutz im DRK Kreisverband Kassel-Wolfhagen so, "Übungen, wie diese sind essentieller Bestandteil unserer Ausbildung. Wir üben unter realistischen Bedingungen, ob die Abläufe während eines solchen Notfallgeschehens einwandfrei funktionieren, damit wir für den Ernstfall gerüstet sind."

Das Notfallszenario wurde im Katastrophenschutzzentrum im Wolfhagen nachgestellt und durch sogenannte Mimen begleitet. Mimen – denen wirklichkeitsgetreu Wunden und Verletzungen geschminkt werden - ahmen dann in der Notfalldarstellung das Verhalten verletzter Patienten nach. Die Helfer können dann Notfallsituationen unter realistischen Bedingungen kennen lernen und richtiges Verhalten trainieren. Außerdem tragen diese Übungen dazu bei, Angst vor Blut, Verletzungen und Schmerzreaktionen abzubauen.

Nach Eintreffen der Helfer am Unglücksort gehört es zu ihren Aufgaben schnell die Notfallsituation zu erfassen, um im Folgenden die Patienten nach der Schwere ihrer Verletzungen zu gewichten und zügig alle Verletzten aus dem Schadensgebiet zu retten. Bei größeren Katastrophen mit einer Vielzahl von Verletzten werden Behandlungsplätze errichtet, um die Verletzten noch vor Ort notfallmedizinisch zu versorgen, bevor sie zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Schnelleinsatzgruppe des DRK in Kassel trainiert während einer solchen Übung trotz des ungünstigen Verhältnises zwischen Einsatzkräften und Verletzten jedem Verletzten schnelle Hilfe zukommen zu lassen – eine Kernaufgabe auch im Katastrophenschutz.

Die Alarmübung der SEG Kassel hat genau diese Abläufe geübt. Vier Stunden nach Alarmierung befanden sich 11 Patienten auf dem Weg ins Krankenhaus und die Übung konnte erfolgreich beendet werden.

Kreisverbandsarzt Matthias Knappe, der als Notarzt an der Übung aktiv teilnahm, attestiert: „Die medizinische Versorgung durch die Helfer war fachlich einwandfrei. Das spricht für den hervorragenden Ausbildungsstand der SEG Kassel. Ein Dienst, der für unsere Stadt jederzeit bereit steht."

Kontakt

Herr Jochen Rühle
Kreisbereitschaftsleiter
Telefon: 0561 72904-0
Telefax: 0561 72904-49