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Helfer vor Ort (HvO)

Helfer-vor-Ort (auch Voraushelfer und First Responder genannt) sind gut ausgebildete Ersthelfer aus der Nachbarschaft. Ihre Aufgabe ist es, im Ernstfall die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes oder Rettungsdienstes zu überbrücken. Damit übernehmen die Helfer-vor-Ort, die ausschließlich ehrenamtlich arbeiten, eine wichtige Funktion in der Rettungskette.

Ansprechpartner

Herr
Harald Kesper
HvO in Zierenberg

Herr
Timo Jassmann

HvO in Naumburg

Tel: 0151 22279516
BL-Naumburg@DRK-Kassel.de

Burgstr. 15
34311 Naumburg

Aufgaben des Helfer-vor-Ort-Systems

Seit August 2011 bietet das Deutsche Rote Kreuz im Landkreis Kassel ein Helfer-vor-Ort (HvO) System an, das ausgebildete ehrenamtliche DRK-Helfer parallel zum Rettungsdienst alarmieren lässt. In Zierenberg und Naumburg sind 15 Helfer-vor-Ort im Einsatz.

Die Helfer vor Ort übernehmen die qualifizierte Erste Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Dadurch kann das sogenannte therapiefreie Intervall, also die Zeit ab Beginn des Notfalls bis zum Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes mit ersten, oftmals lebensrettenden medizinischen Maßnahmen, überbrückt werden. Das ist insbesondere in ländlich strukturierten Gegenden eine sinnvolle Ergänzung der Rettungskette, denn ein Helfer-vor-Ort wohnt in der Nähe des Einsatzortes und kann innerhalb kürzester Zeit beim Patienten sein. 

Alle Helfer-vor-Ort sind ehrenamtliche Mitglieder des DRKs und verfügen über eine medizinische Mindestausbildung. Voraussetzung für die Teilnahme am HvO-System ist ein Mindestalter von 18 Jahren sowie eine erfolgreich abgeschlossene Sanitätsdienstausbildung. 

Alarmiert werden die Helfer von der Leitfunkstelle in Kassel zeitgleich mit dem Rettungsdienst. Der Helfer-vor-Ort fährt auf direktem Weg mit seinem privaten PKW und seiner persönlichen Notfalltasche zum Einsatzort. Durch die guten Ortskenntnisse und den kurzen Anfahrtsweg kann ein Helfer-vor-Ort innerhalb kürzester Zeit nach der Alarmierung am Einsatzort eintreffen. 

Ablauf eines HvO Einsatzes

Ein Patient erleidet einen Notfall (z. B. Herzinfarkt, Sturz aus großer Höhe, Bewusstlosigkeit, Herz-Kreislauf-Stillstand, Verkehrsunfall usw.). Die Leitfunkstelle in Kassel alarmiert den Rettungswagen, das Notarzteinsatzfahrzeug und den Helfer-vor-Ort. Der HvO fährt auf direktem Weg mit seinem privaten PKW, unter Einhaltung der StVO, zum Einsatzort. Durch die guten Ortskenntnisse und den kurzen Weg zum Patienten trifft der HvO innerhalb kürzester Zeit und somit wesentlich früher als der Rettungsdienst beim Patienten ein. 

Der HvO beginnt, oftmals mit der lebensrettenden, professionellen Ersten Hilfe und gibt bei Bedarf eine Rückmeldung an die Leitfunkstelle. Beim Eintreffen des Rettungsdienstes wird der Patient an die Besatzung der Rettungsmittel übergeben. Der HvO hilft weiter bei der Patientenversorgung mit, leistet Tragehilfe und kümmert sich um die Angehörigen. 

Das Helfer-vor-Ort-System ist eine sinnvolle Ergänzung zum Rettungsdienst. Durch das neue Glied in der Rettungskette wird das sogenannte „Therapiefreie Intervall“ (Beginn des Notfalls bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes) erheblich verkürzt und somit die Überlebens- und Heilungschance des Patienten enorm verbessert.

Dieser sinnvollen und wichtigen Aufgabe stellen sich ausgebildete Helfer-vor- Ort ehrenamtlich – das heißt freiwillig und unentgeltlich. Ehrenamtliches Engagement ist keine Selbstverständlichkeit. In der Praxis heißt das nämlich für jeden Helfer darauf vorbereitet zu sein, jederzeit alarmiert wer-den zu können. Das muss man in das ganz alltägliche Leben einbinden können und wollen. Denn die Helfer vor Ort haben selbstverständlich Familie, sie gehen arbeiten, einkaufen, fahren die Kin-der zur Schule und besuchen Freunde. Trotzdem ist es für die Ehrenamtliche Helfer selbstverständlich, dass sie sich im Helfer-vor-Ort System engagieren und im Fall des Falles ihr Privates hinten anstellen. 

Der Einsatz der Helfer-vor-Ort, der ehrenamtlich erfolgt, ist kostenlos für den Patienten und seine Krankenkasse. Die Kosten für Ausbildung und Ausrüstung werden ausschließlich aus DRK-Mitteln (Spenden, Mitgliedsbeiträgen usw.) finanziert.

Ausbildung der Helfer-vor-Ort

Die ehrenamtlichen Lebensretter legen einen Erste Hilfe Kurs mit 9 Doppelstunden sowie eine Sanitätsausbildung mit 48 Unterrichtseinheiten ab und bekommen eine Helfer-vor-Ort Einweisung. Diese Ausbildungen enthalten unter anderem eine Schulung in der Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Frühdefibrillation. Während ihrer Ausbildung sammeln die Helfer-vor-Ort praktische Erfahrungen im Rettungswagen, auch danach bilden sie sich stets fort.